Viele Wege führen ans Ziel

Zu Beginn habe ich meinen Blog ins Leben gerufen um Freunde und Familie auf dem Laufenden zu halten, über meine Zeit in Australien mit Work & Travel, über alles was ich während meines Praktikums in Sydney erlebt habe und natürlich über meinen Umzug und mein Leben in Irland. In Irland habe ich angefangen nicht nur meine Erlebnisse, sondern ebenfalls mein Wissen mit euch zu teilen, damit auch ihr eure Träume wahr werden lassen könnt.

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Was mich zu diesem Beitrag inspiriert hat waren zwei Dinge. Zum einen wurde mir auf der Arbeit des Öfteren die Frage gestellt, warum ich mich entschieden habe an der Universität zu arbeiten wo ich doch einen Master in Radio und Fernsehproduktion abgeschlossen habe. Zum anderen habe ich gestern die Festplatte mit meinen Australienfotos gefunden. Nun habe ich euch in meinem Lebenslauf und Über mich schon einen kleinen Überblick gegeben, möchte diesen Beitrag aber dafür nutzen, euch zu zeigen warum man nach dem Abi noch nicht genau wissen muss, was man später einmal werden will. Ganz im Gegenteil, viele kleine Ereignisse können euren Weg in eine andere Richtung lenken und euch letztendlich ans Ziel führen. Ein Ziel, welches ihr so vielleicht noch gar nicht in Betracht gezogen habt.

Hätte mir nach Abschluss meines Abiturs jemand gesagt, dass ich im Jahr 2014 nach Irland ziehen und dort sogar arbeiten werde, hätte ich wahrscheinlich laut gelacht. Englisch war keines meiner Lieblingsfächer. Ganz im Gegenteil, ich habe mich nicht getraut im Unterricht etwas zu sagen und mich kaum für die Sprache interessiert. Dies war allerdings ein Grund für meine Entscheidung nach dem Abi Work & Travel in Australien zu machen. Wo kann man besser eine Sprache lernen, als in dem Land, wo sie gesprochen wird. Ich bereue keinen Moment und denke, dass es meine beste Entscheidung war nicht direkt mit dem Studium zu beginnen, sondern erst einmal ins Ausland zu gehen.

Work & Travel

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Ich habe die Furcht vor der Sprache verloren, auch wenn ich deutlich mehr hätte sprechen können (ich bin mit einer Freundin gereist und wir haben viele andere Deutsche getroffen). Ich habe das Land und die Leute kennen und lieben gelernt. Ich war das erste Mal so weit weg von zu Hause und auf mich allein gestellt, habe viel über mich gelernt und musste lernen, Probleme eigenständig zu lösen. Ich hab viele internationale Kontakte geknüpft und konnte meinen Horizont erweitern. Ich habe neue Interessen entdeckt und war mir am Ende meines Aufenthaltes über meinen nächsten Schritt im Klaren.

Nach meiner Rückkehr habe ich meinen Bachelor in Kulturwissenschaften an der Uni Bremen begonnen. Was willst du denn damit später mal machen? Darüber habe ich mir nicht wirklich Gedanken gemacht. Ich wollte studieren was mir Spaß macht und etwas würde sich schon finden. Durch Australien war mir der Begriff Roxy und Quicksilver ein Begriff und da ich einen Nebenjob brauchte und der Laden neu in Bremen eröffnet hatte, bin ich ins Geschäft und habe mich erfolgreich um einen Job beworben (ich denke, dass mein Australienaufenthalt ein auschlaggebender Faktor war). Ich habe mit Germanistik im Nebenfach begonnen, dies jedoch nach dem ersten Semester abgebrochen und  stattdessen Englisch weiterstudiert. Da hätte ich mal eher drauf kommen sollen, hat mir im Endeffekt aber auch nicht geschadet.

Praktikum in Sydney

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Im 5. Semester stand ein Pflichtpraktikum an und durch ein Seminar an der Uni bin ich auf die Idee gekommen, noch einmal nach Australien zu gehen. Mit Hilfe des Career Centers wurde dieser Traum nach vielen Monaten der Organisation, Wirklichkeit. Auch hier war ich mir nicht sicher was genau ich machen will und habe mich in Eventagenturen, Verlagen und Museen beworben. Letztendlich wurde es die Eventagentur arinex in Sydney und es war wieder ein einmaliges Erlebnis. Ich habe einen noch besseren Einblick in die angloamerikanische Kultur bekommen und viele neue Seiten an mir kennengelernt. Ich habe an meinem Selbstvertrauen gearbeitet, musste des Öfteren ins kalte Wasser springen, habe viele neue Situationen gemeistert und praktische Arbeitserfahrungen gesammelt bzw. erfahren, wie es ist einen Vollzeitjob zu haben. Ich denke, dass mich gerade mein zweiter Aufenthalt flexibler werden lassen hat und ich seit dem an viele Dinge entspannter herangehe. Ich bin viel offener für Neues geworden und habe gelernt mir gegebene Möglichkeiten mit offenen Armen zu empfangen UND mir für nichts zu Schade zu sein (das habe ich allerdings auch schon während meines ersten Aufenthaltes in Australien gelernt).

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So kam es dann auch, dass ich nach meiner Rückkehr das Angebot bekam im Career Center an der Uni Bremen zu arbeiten. Ich hab ebenfalls für zwei Wochen im Jahr in der Infobude unseres jährlichen Volksfestes gearbeitet und durfte diesen im folgenden Jahr sogar leiten. Ich hab ebenfalls beim Deutschlandstipendium an der Uni Bremen ausgeholfen und hatte die einmalige Möglichkeit verschiedene Vorträge für den DAAD über meine Erfahrungen im Ausland zu halten. Den Mut dazu hätte ich ohne meine Aufenthalte in Australien wahrscheinlich gar nicht gehabt.

Das Abenteuer geht weiter: Irland

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Meinen Freund habe ich in Bremen kennengelernt, wo er für ein Jahr an der Uni geforscht hat. Ich hatte keine Angst mich mit ihm auf Englisch zu unterhalten und das Interesse in andere Kulturen wurde erneut in mir geweckt. So habe ich Irland kennengelernt und habe angefangen zu überlegen, wie ich nach dem Bachelor einige Zeit auf der grünen Insel verbringen kann. Was liegt da näher als ein Masterstudium? Aber ein Studium komplett auf Englisch? WARUM NICHT! Ich hatte es geschafft zwei große Reisen zu organisieren und erfolgreich abzuschließen. Auch die bevorstehende Organisation konnte mich nicht von meinem Plan abhalten. Ein wichtiger Faktor war aber auch hier wieder die Flexibilität. Ich hab mich an verschiedenen Universitäten beworben und letztendlich hat es mich nach Maynooth verschlagen. Mein Bachelorstudium hat mir zwar Spaß gemacht, war allerdings sehr theoretisch. Durch mein Praktikum und meine Nebenjobs habe ich gelernt, dass ich eher praktisch veranlagt bin und hatte, um ehrlich zu sein, keine Lust ein weiteres Jahr mit langen Texten und dem Schreiben von Essays zu verbringen. So kam es, dass ich Radio und Television an der Maynooth University studiert habe. Das Studium war super und hat zum einen dafür gesorgt, dass mein Englisch auf ein ganz neues Level gebracht wurde. Zum anderen habe ich mich weiter entwickelt, habe interessante und tolle Menschen kennengelernt und bemerkt, dass ich sehr gerne an der Uni bin. Wenn nicht als Student, dann vielleicht in einem Büro?

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Der Job im Career Center war einer meiner Besten und somit war die Idee geboren. Ich hab mich nach Abschluss meines Studiums zwar auch beim Radio und Fernsehen beworben, letztendlich war es aber der Job an der School of Languages, Cultures and Linguistics, der mein Interesse geweckt hat. Ein Job an dem ich alles verbinden kann: meine im Praktikum und Uni Bremen erweckte Freude im administrativen Bereich zu arbeiten, meine durch den Freimarkt und Roxy entdeckte Leidenschaft Leuten weiterzuhelfen und zu beraten, die Gelegenheit auf der Arbeit ein wenig deutsch zu sprechen, die im Studium geliebte Kreativität, die ich nun auf den Social Media Kanälen und der Webseite unserer Schule ausleben kann, die Möglichkeit mich mit Leuten aus unterschiedlichsten Kulturen zu umgeben, wie ich es aus Australien kenne.

So hat sich alles gefügt und ich könnte nicht glücklicher sein, wie sich mein Leben entwickelt hat. Jeder einzelnde Schritt hat zu dem beigetragen was ich jetzt mache und mich zu der Person gemacht, die ich jetzt bin.

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Und die Moral von der Geschichte?

Es ist nicht schlimm, wenn ihr nach dem Abi noch nicht wisst was ihr machen wollt. Es ist auch nicht schlimm, wenn ihr während des Studiums noch nicht wisst was ihr machen wollt. Wichtig ist, dass ihr immer die Augen offen haltet und alle Möglichkeiten, die sich euch bieten, wahrnehmt. Springt über euren eigenen Schatten und begebt euch auch einmal in Situationen in denen ihr euch nicht so wohlfühlt. Jeder noch so kleine Schritt führt letztendlich ans Ziel.

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