Studiengebühren in Irland

…und wie ich mein Auslandsstudium trotzdem finanzieren kann.

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Das Bachelorstudium

Eines solltet ihr gleich zu Beginn wissen: Die Studiengebühren in Irland sind um einiges höher. Zudem unterscheiden sich die Gebühren innerhalb der unterschiedlichen Universitäten, Bachelor- und Masterprogramme sowie Studiengänge. Ihr solltet also gut informiert sein, bevor ihr euch enscheidet für euer Studium ins Ausland zu gehen. In diesem Beitrag möchte ich euch einen Überlick über die Kosten geben, die bei einem Auslandsstudiums auf euch zukommen und euch ebenfalls zeigen, wie und wo ihr euch finanzielle Unterstützung holen könnt.


Was wir aus Deutschland gewohnt sind

In Deutschland gibt es eine gesetzliche Regelung welche Studiengebühren an Universitäten untersagt. Niedersachsen war das letzte Bundesland welches die Studiengebühren (500 Euro) im Jahr 2011 abschaffte. Studenten müssen heutzutage lediglich den Semesterbeitrag zahlen, welcher je nach Universität unterschiedlich ist. Mit diesem wird das Studentenwerk und der Asta bezahlt. Bei vielen Universitäten gibt es ebenfalls das Semesterticket dazu.

In manchen Bundesländern müssen Studenten Langzeitstudiengebühren bezahlen wenn sie die Regelstudienzeit überschritten haben, diese Gebühr beträgt in etwa 500 Euro pro Studienjahr.

Die bittere Wahrheit – das irische Bildungssystem

Solltet ihr planen in Irland oder einem anderen angloamerikanischen Land zu studieren, dann solltet ihr euch auf höhrere Studiengebüren gefasst machen. In diesem Abschnitt liste ich die unterschiedlichen Kosten auf, die auf euch zukommen. Im nächsten gebe ich euch ein paar Tips wie ihr einen Teil dieser umgehen könnt.

CEO Bewerbungsgebühr: 40 Euro

Wer sich an einer irischen Uni für ein Bachelorstudium bewirbt (Erasmusjahr ausgeschlossen) tut dies über das Central Applications Office (CAO). Für eine Bewerbung über das CAO zahlt man 40 Euro. Wer sich rechtzeitig anmeldet kann sparen und zahlt lediglich 25 Euro (Anmeldefrist 20. Januar, Stand 2016). Für Spätkommer wird es teurer und man zahlt bis zu 80 Euro.

Studiengebühr (Tuition Fee oder Programme Fee): zwischen 6,000 und 9,000 Euro

Gute Nachrichten! Die Studiengebühren werden für Bewohner der EEA Mitgliederstaaten vom irischen Finanzministerium übernommen. Durch die sogenannte “Free Fees Initiative” müssen Bachelorstudenten keine Studiengebühren bezahlen, welche in Irland recht happig sind (vor allem bei Studiengängen im medizisnischen Bereich schießen sie in undenkbare Höhen)

Folgende Kriterien müssen erfüllt werden, um von Free Fees zu profitieren:

  • man muss in einem der EAA Mitgliedsstaaten wohnen.
  • Man muss sein Erststudium  antreten und als Vollzeitstudent eingeschrieben sein
  • Man muss mindestens 2 Jahre studieren
  • Man muss das Studium in der Regelstudienzeit abschließen

Für Free Fees muss man sich nicht gesondert anmelden. Diese werden anhand der Angaben, welche bei Anmeldung gemacht wurden, automatisch abgezogen.

Studentenbeitrag (Student Contribution): 3,000 Euro

Der Studienbeitrag muss gezahlt werden, selbst wenn man für Free Fees berechtigt ist. Vor dem Jahre 2011 mussten Studenten vor Studienantritt einen sogenannten Registration Fee zahlen, dieser kam für die Nutzung von Materialien, Anmelde- und Examkosten auf.

Semesterbeitrag (Student Levy): ca. 250 Euro

Der Student Centre Levy beträgt am UCD momentan eine Höhe von 247 Euro. Dieser Beitrag finanziert unter anderem die Students Union und die unterschiedlichen Societies.

Repeats und Resits: ca. 200 Euro

Aufgepasst!!! Die Wiederholung eines Moduls kann in Irland richtig teuer werden. Für die Wiederholung eines ganzen Moduls (inkl. aller Seminare und Prüfungen) oder einem Resit (in diesem wiederholt man lediglich das Exam) zahlt man 230 Euro. Zudem kann es passieren, dass man aufgrund einer Wiederholung ein ganzes Semester dranhängen muss. Wie viel ein Semester kostet, haben wir ja oben ausgerechnet.

Zusätzliche Module: ca. 500 Euro

Solltet ihr ein zusätzliches Modul dazuwählen, um mehr Credits zu sammeln, als für den Abschuss von Nöten sind, dann müssen bis zu 500 Euro pro Modul gezahlt werden.

Gebühren variieren natürlich von Uni zu Uni.


Wie es trotzdem funktoniert

Die oben aufgezählten Kosten schrecken im ersten Moment ab, aber es gibt ein paar Tricks, wie ihr einen Teil der zu Zahlenden kosten finanzieren lassen könnt.

Free Fees: Für Free Fees muss sich nicht extra beworben werden. Solltet ihr trotzdem mehr wissen wollen, dann findet ihr auf der Seite für Öffentliche Dienstleistungen alle Infos.

Susi Grants: Übernnimmt den Studentenbeitrag, ähnelt dem deutschen BAFöG. Mit dem Eligibility Reckoner könnt ihr herausfinden, ob ihr für eine Förderung qualifiziert seid.

DAAD: Stipendien finden auf der Webseite des Deutschen Akademischen Austauschdienstes