Wetterbericht

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Sagen wir es ist März, der Frühling steht vor der Tür…doch statt die Vögel zwitschern zu hören prasselt der Regen gegen das Fenster. Bevor ich morgens das Haus verlasse wird in der Regel ein Blick aus dem Fenster geworfen. Ich habe aufgehört mich auf die Wettervorhersagen zu verlassen – das irische Wetter ist anscheinend zu unberechenbar um eine 100%ige Vorhersage zu bekommen.

Ein Beispiel: vor ca. zwei Wochen wollten Mark und ich laufen gehen. Der Blick aus dem Fenster ließ Hoffnung aufkommen. Um auf Nummer sicher zu gehen habe ich das Wetter auf dem Handy gecheckt und auch dort wurde kein Regen vorhergesagt. Es ging also raus…nach nur 10 Minuten fing es an zu regnen, nach weiteren 5 ging ein Hagelschauer auf uns nieder und zwang uns kehrt zu machen. Nachdem wir durchnäßt zu Hause angekommen waren, war von Hagel und Regen keine Spur mehr…ganz im Gegenteil, die Sonne schien.

Eine Sache die ich also während meiner Zeit in Irland gelernt habe: Auf das Wetter ist kein Verlass! Auf Regen folgt Sonne, auf Sonne folgt Hagel, auf Hagel folgt…einer der vielen über Irland hinwegziehenden Stürme…dieser wird von einem Schneeschauer abgelöst und nur wenige Minuten später scheint die Sonne und der Himmel ist so blau als wäre nie etwas gewesen.

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Das Klima in Irland ist durch seine Lage am Golfstrom gemäßigt und milder als in Deutschland mit einer Durchschnittstemperatur von 10°C –  ein Grund warum vor allem im Süden Irlands Palmen wachsen und gedeihen. Die Winter sind zwar etwas wärmer (Tiefsttemperatur: ca. 3°C), dafür wird es im Sommer einfach nicht richtig warm (Höchsttemperatur: ca. 19°C). Zudem weht die meiste Zeit ein kühler, zum Teil kalter Wind. Gerade in den letzten Jahren haben die Stürme zugenommen. Besonders die Atlantikküste ist stark betroffen und gerade im vorletzten Jahr gab es etliche Sturmschäden –  Sturmtief Darwin hat dem Land am Schlimmsten zugesetzt.

Trotz des milden Klimas friere ich in Irland jedoch mehr als in Deutschland, was wahrscheinlich an der steifen Brise liegt, die den Großteil der Zeit über uns hinwegfegt. Die Iren scheinen allerdings gut an das hier herrschende Klima angepasst zu sein. Während ich mir in dickem Wintermantel und schweren Winterstiefeln an der Bushaltestelle immer noch den *wasauchimmer* abfriere, stehen neben mir mit kurzem Jäckchen und am besten noch Ballerinas oder leichten Sportschuhen (ohne Socken!) bekleidete Iren. Noch kälter wird mir wenn ich die Schulmädchen sehe, die in ihrer Uniform bestehend aus Rock und Söckchen zu Schule gehen.

Schnee ist in Irland eigentlich nicht üblich, doch ich habe bis jetzt schon zwei Schneeschauer miterlebt. Letztes Jahr im Januar fing es eines Abends urplötzlich an zu schneien (tagsüber wechselte es zwischen Regen und Sonnenschein), Kilcock war für eine halbe Stunde von einer Schicht Schnee bedeckt und..schwupps..so schnell wie der Schnee gekommen ist war er auch wieder verschwunden.

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Januar 2015

Ganz ähnlich war es heute Morgen. Beim ersten Blick aus dem Fenster fielen schon die ersten Flocken und nur wenige Minuten später war alles schneeweiß. Mit dem Bus ging es für mich zur Arbeit und angekommen in Dublin war von der weißen Pracht schon nichts mehr zu sehen…Schnee wurde von Regen und Wind abgelöst, welche für den Rest des Tages über Dublin wüteten.

20160304_072235.jpgMärz 2016

In Anbetracht des Windes ist es übrigens nicht sehr ratsam einen Schirm zu benutzen…vor allem wenn es einer dieser kleinen Klappschirme ist. Deren Überlebenschancen stehen ganz schlecht! Ich lege mir eigentlich nur noch wasserfeste oder mindestens wasserabweisende Jacken zu. Gummistiefel gehörten zu einer meiner ersten Anschaffungen nach Ankuft und momentan bin ich auf der Suche nach einer guten Regenhose.

Trotz alledem muss ich aber eines zugeben: Was wäre Irland ohne eben dieses Wetter?? Nur durch dieses einzigartige Klima sind die Wiesen Irlands so grün, die Leute so ulkig und eigenartig und die Pubs so gemütlich wie sie eben nur sein können wenn draußen Wind und Regen toben!